Wo ist das Parkinsonrisiko höher? In der Stadt oder auf dem Land?

Rund 100 Besucher kamen am Sonntag in den Bürgersaal der Stadt Oederan, um mehr über die Parkinson-Erkrankung zu erfahren. Eingeladen hatte unser Verein. Referent war Dr. med. Peter Themann, Senior-Chefarzt der Klinik am Tharandter Wald, Facharzt für Neurologie und Psychiatrie sowie ausgewiesener Spezialist für Bewegungsstörungen.

Eine Stunde lang erklärte er verständlich, wie Parkinson entsteht und was sich dabei im Gehirn verändert. Er zeigte die Unterschiede zwischen gesunden und erkrankten Nervenzellen und stellte die vier typischen Hauptsymptome vor: Zittern, Muskelsteifheit, verlangsamte Bewegungen sowie Störungen von Haltung und Gleichgewicht.

Besonders anschaulich wurde der Vortrag, als Dr. Themann verschiedene Gang- und Bewegungsmuster am eigenen Körper demonstrierte. Medizinische Zusammenhänge wurden dadurch sichtbar. Und verständlich.

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf den Behandlungsmöglichkeiten. Dr. Themann erläuterte, wie verschiedene Medikamente wirken, welche operativen Verfahren infrage kommen und wie sich einzelne Symptome gezielt behandeln lassen. Bei der medikamentösen Therapie komme es auf eine genaue, individuell abgestimmte Dosierung an. Eine zu geringe Dosis lindere die Beschwerden möglicherweise nicht ausreichend. Eine zu hohe Dosis könne dagegen unwillkürliche, überschießende Bewegungen auslösen. Die richtige Einstellung müsse deshalb regelmäßig überprüft und bei Bedarf angepasst werden.

Parkinson ist bislang nicht heilbar. Die Beschwerden können heute jedoch wesentlich besser beeinflusst werden als noch vor einigen Jahren. Damit lassen sich Beweglichkeit, Selbstständigkeit und Lebensqualität häufig länger erhalten.

Seine wichtigste Empfehlung war überraschend schlicht: Bewegung. „Treibe Sport, wenn du gesund bleiben willst“, gab Dr. Themann den Gästen mit auf den Weg. Das gelte ebenso für Menschen, die bereits an Parkinson erkrankt sind. Regelmäßige körperliche Aktivität gehört fest zur Behandlung.

Die Anwesenden folgten dem Vortrag mit großer Aufmerksamkeit. Im Anschluss wurden zahlreiche Fragen gestellt, viele davon aus dem persönlichen Erleben Betroffener und ihrer Angehörigen. Einige Gäste konnten durch die vorgestellten Therapieansätze neue Hoffnung schöpfen.

Und wo ist das Parkinsonrisiko nun höher? Nach den Ausführungen von Dr. Themann treten Parkinson-Erkrankungen im ländlichen Raum häufiger auf als in der Stadt. Als einen möglichen Risikofaktor nannte er den Kontakt mit Pestiziden, insbesondere bei Menschen, die in der Landwirtschaft arbeiten oder gearbeitet haben.

Back To Top